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Veröffentlicht am 13. Mai 2021

Migration von Server zu Cloud: Wie geht das?

Heute möchte ich dir die verschiedenen Möglichkeiten für die konkrete Migration vorstellen.
Insgesamt gibt es drei Varianten für die Migration:

  1. Jira Cloud Migration Assistent
  2. Site Import mittels XML-Backup
  3. CSV-Import

Im Folgenden gehe ich auf alle drei Varianten näher ein. Ich starte mit dem Cloud Migration Assistenten, denn das ist in den meisten Fällen die bevorzugte und unkomplizierteste Variante. Allerdings muss ich auch ehrlicherweise sagen, dass der Migrationsassistent noch Potential für Verbesserungen hat. Zurzeit werden noch keine Jira Service Management Projekte unterstützt. Dies steht jedoch auf der Roadmap und ist für das zweite Quartal dieses Jahres angekündigt.

Hier findest du eine komplette Übersicht darüber, welche Informationen vom Migrationsassistenten migriert werden und welche nicht:
https://support.atlassian.com/migration/docs/what-gets-migrated-with-the-jira-cloud-migration-assistant/

Für viele Fälle, insbesondere wenn das ganze System nah am „Standard“ ist und keine Apps installiert sind, funktioniert das sehr zuverlässig.

Du kannst den Migrationsassistenten nutzen, wenn dein Jira mindestens Version 7.6.0 hat. Ab Version 8.14 wird der Migrationsassistent auch automatisch installiert. Wenn du den Migrationsassistenten installiert hast, findest du diesen in den Systemeinstellungen: „Migrate to Cloud“.

Hier gibt es insgesamt drei Bereiche: plan, prepare und migrate. Des Weiteren werden dir auf der rechten Seite noch ein paar Infos zu deiner Instanz angezeigt – zum Beispiel wie viele Benutzer und Gruppen es gibt und wie viele Projekte und Vorgänge angelegt wurden. Auch die Anzahl der Apps wird angezeigt.
Der erste Punkt „Plan your migration“ ist einfach nur ein Link zu der Dokumentation von Atlassian, wo alles rund um die Migration zusammengefasst ist.
Der zweite Punkt dreht sich um die Apps.

Hier bekommst du eine Übersicht über alle installierten Apps und ob diese auch in der Cloud verfügbar sind. Zusätzlich wird dir angezeigt, ob die App automatisch migriert werden kann oder nicht. Falls nicht, wirst du aktuell in den meisten Fällen noch auf den Hersteller zugehen müssen. Aber sehr viele Hersteller sind schon fleißig dabei, Lösungen dafür bereitzustellen.

An diesem Punkt kannst du auch festhalten, ob du die Apps in der Cloud noch benötigst oder ob du darauf verzichten kannst. Wenn du Apps identifiziert, die du auch in der Cloud benötigst, kannst du dich durch den Assistenten klicken und die Apps auf deiner Cloud Site installieren.

Der umfassendste Punkt ist der letzte in der Liste: Manage your Migrations. Hier erhältst du eine Übersicht über bereits durchgeführte Migrationen und kannst weitere Migrationen starten.

Wenn du eine neue Migration startest, musst du zunächst einen Namen vergeben und die Cloud Site auswählen, in die migriert werden soll.

Im nächsten Schritt kannst du dann die Projekte und die Benutzer/Gruppen auswählen, die migriert werden sollen.

In der Projektübersicht siehst du, wie viele Vorgänge enthalten sind und wie groß die Attachments sind. Außerdem ist ersichtlich, wann die Vorgänge das letzte Mal aktualisiert wurden und wie lange die Migration voraussichtlich dauern wird. Unterhalb der Liste steht eine Zusammenfassung für alle ausgewählten Projekte.

Bei der Auswahl der Benutzer gibt es verschiedene Möglichkeiten: Du kannst alle Benutzer aus dem Benutzerverzeichnis migrieren. Da das aber mitunter sehr viele sein können, besteht die Möglichkeit, nur die Benutzer zu migrieren, die auch einem Projekt zugeordnet sind. Dies kann weiter differenziert werden: zum Beispiel nach Benutzern, die unbedingt notwendig sind, weil sie als Assignee oder Reporter in einem Vorgang zugeordnet sind. Möglich ist auch, alle Benutzer zu migrieren, die „nur“ in einer Gruppe sind, die dem Projekt zugeordnet ist, aber mit dem Projekt direkt möglicherweise nichts zu tun haben.

Bei den Gruppen besteht die Option, entweder die Gruppenmitgliedschaft zu erhalten oder dies separat zu machen. An dieser Stelle gibt es den Hinweis, dass du auf Atlassian Access angewiesen bist, sofern du ein externes Benutzerverzeichnis nutzen möchtest.

Im nächsten Schritt überprüft Jira, ob es irgendwo Konflikte bei der Migration gibt.

Im letzten Schritt kannst du die Migration noch einmal überprüfen. Wenn alles passt, kann die Migration starten.

Während der Migration wird stets der aktuelle Fortschritt angezeigt.

Wenn die Migration abgeschlossen ist, kannst du direkt in die Cloud Site wechseln und testen, ob sich irgendwo Fehler eingeschlichen haben.

Im nächsten Schritt gehe ich auf die Migration mittels Backups und Site Import ein.

Dieser Weg bietet den Vorteil, dass damit auch die Service Management Projekte migriert werden können. Hierfür werden beim Import alle Daten in der Cloud Site überschrieben. Das bedeutet: Wenn du dort schon Daten hast, die du weiterhin benötigst, kommt dieser Weg nicht in Frage.

Der Weg über das Backup und den Import ist eigentlich relativ einfach. Du erstellst in der Server-Instanz ganz normal ein XML-Backup. Dafür gehst du in die Systemeinstellungen. Im Bereich Import und Export klickst du auf System sichern. Anschließend gibst du einen Dateinamen an und kannst das Backup erstellen.

Zusätzlich musst du deine Daten sichern – und zwar die Anhänge, Projekt-Avatare und die Logos. Diese Daten liegen alle im Data-Verzeichnis in deinem Jira-Anwendungsverzeichnis und sind als ZIP-Datei zu sichern. Wenn die erstellte ZIP-Datei größer ist als 10 GB, solltest du die Datei in 2 bis 5 GB große Teile aufteilen, damit der Import gut funktioniert.

Dieses Backup benutzt du, um es in die Cloud Site zu importieren. Hierzu gehst du in die Systemeinstellungen und dann im Bereich Import und Export auf „System wiederherstellen“. Zunächst ist zu entscheiden, was mit den Benutzern geschehen soll. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung: die Benutzer können mit den bestehenden Benutzern zusammengeführt werden, sie können die bestehenden Benutzer ersetzen oder du kannst die Benutzer vorab mit dem Migrationsassistenten migrieren.

Dann wählst du „Daten importieren“ aus. Wenn du länger kein Backup erstellt hast, wirst du zunächst aufgefordert, eines zu erstellen. Ansonsten lässt sich der Vorgang nicht fortsetzen.

Hast du ein aktuelles Backup von der Cloud, kannst du die Daten importieren. Wurden die Daten importiert, können anschließend die Anhänge importiert werden. Hierfür klickst du auf den Button „Medien importieren“. Dort wählst du die ZIP-Datei mit den Anhängen aus.

Falls du weitere Informationen zu diesem Weg benötigst, hat Atlassian hier eine ausführliche Dokumentation bereitgestellt: https://confluence.atlassian.com/cloud/migrate-from-jira-server-to-jira-cloud-972349848.html

Die letzte Möglichkeit ist der CSV-Import. Bei dieser Methode werden nur die Vorgänge migriert. Das heißt, dass du das Projekt mit seiner Konfiguration vorab von Hand erstellen musst. Zunächst erstellst du einen Export aus dem bestehenden Jira. Du kannst einfach in der Vorgangssuche nach den relevanten Vorgängen suchen und diese ins CSV-Format exportieren. Falls notwendig, besteht bei diesem Weg die Möglichkeit, die CSV-Datei noch anzupassen, da sich diese zum Beispiel in Excel leicht bearbeiten lässt. So kannst du unter anderem Benutzernamen und mehr anpassen.

Wenn der Export fertig ist, gehst du wieder in die Systemeinstellungen. Im Bereich Import und Export wählst du zuerst aus externem System importieren und dann den CSV-Import. Für die Details zum CSV-Import möchte ich auf meinen Beitrag „Import von CSV-Dateien“ hier im Blog verweisen – dort habe ich das Thema schon einmal ausführlich beschrieben.

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